Magdalene Schmidt

Magdalene Schmidt

* 20.01.1917
† 26.11.2015
Erstellt von Nordbayerischer Kurier
Angelegt am 19.12.2015
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Magdalene Schmidt,

22.12.2015 um 11:09 Uhr von Nordbayerischer

die langjährige Gesellschafterin der Klaviermanufaktur Steingraeber & Söhne, ist im Alter von fast 99 Jahren am 26. November gestorben. Als Unternehmerin hat Magdalene Schmitt die Weichen für die Zukunft der Klaviermanufaktur gestellt. Nach schweren Jahren unterm NS-Regime, weil ihr Vater den Nazis die Gefolgschaft verweigert hatte, lebte der Klavierbau in der Nachkriegszeit wieder auf, als auch auf dem Festspiegelhügel mit Neu-Bayreuth ein neuer Geist einzog. 1970 rückte Magdalene Schmidt zur Steingraeber-Gesellschafterin auf. Sie straffte die verzweigten Eigentümerverhältnisse und gründete aus Mitgliedern der Familie eine neue Kommanditgesellschaft. Als Geschäftsfrau verstand sich Magdalene Schmidt stets als Dienerin des Unternehmens und ihrer Familie. Ihrer Weitsicht ist es zu verdanken, dass die Klaviermanufaktur Steingraeber & Söhne nach mehr als 190 Jahren immer noch zu einhundert Prozent in der Hand der Gründerfamilie ist.

Mehr als 60 Jahre prägte sie mit ihrer Aufgeschlossenheit die Verbindung zwischen Künstlern und Klavierbauern. Sie machte das weitläufige Steingraeber-Haus mit seinem prächtigen Rokoko-Saal zu einem besonderen Platz der Begegnung. So fand das Internationale Jugendfestspieltreffen zunächst als Ost-West-Studententreffen im hauseigenen Konzertsaal statt, in dem schon Franz Liszt aufgetreten war. Dort wurden auch die Einführungsvorträge zu den neu inszenierten Wagner-Opern gehalten.

In den 1980er Jahren unterstützte die Unternehmerin auch die Gründung des Hoftheaters mit Uwe Hoppes Wagner-Adaptionen. In ihrer Küche trafen sich sogar afrikanische Künstler, die wegen des gerade gegründeten Iwalewa-Hauses nach Bayreuth gekommen waren. Das Steingraeber-Haus war Schauplatz für hochkarätige Klavierkonzerte aus Klassik und sogar Jazz. Die Begegnung mit Kunstschaffenden suchte Magdalene Schmidt bis ins hohe Alter und mischte sich bei den hauseigenen Konzerten unter das Publikum. Noch am 19. Oktober empfing sie die Jury des Lisztwettbewerbs Weimar-Bayreuth. Der Austausch mit den Mitmenschen ging ihr über alles. Magdalene Schmidt starb friedlich dort, wo sie ihr Leben lang gearbeitet hat.

Kondolenz

Anteilnahme mein Beileid

20.12.2015 um 00:58 Uhr von Eva Margrit Roth

Denn wir wissen:

Wenn unser irdisches Haus,

diese Hütte, abgebrochen wird,

so haben wir einen Bau,

von Gott erbaut, ein Haus, nicht mit Händen gemacht,

das ewig ist im Himmel.

 

2.Korinther 5,1

Nordbayerischer Kurier

vom 19.12.2015

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vom 19.12.2015

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